Warum ist Bewerben eigentlich für viele so eine unglaublich stressige Angelegenheit? Kennst Du diese Situation: Du bewirbst Dich jetzt vielleicht schon ein bisschen länger und Du stehst an einer Stelle, wo Du denkst: Klappt das jetzt mal irgendwann? Ich verliere langsam die Nerven.

Es steht ungewöhnlich viel auf dem Spiel

Das liegt an zwei verschiedenen Dingen. Erstens liegt es daran, dass wahnsinnig viel auf dem Spiel steht positiv. Und zweitens steht auch negativ viel auf dem Spiel. Positiv steht vielleicht viel auf dem Spiel, weil Du vor der Traumstelle stehst, wo Du sagst: Wenn das klappen würde, da würde ich Eintritt zahlen, um in diesem Unternehmen mitwirken zu dürfen. Für viele ist das zum Beispiel Google als Inbegriff für: Da einmal mitwirken zu dürfen an den Dingen, die wirklich die Welt verändern.

Oder aber negativ auch: Was ist, wenn das alles nicht klappt? Was ist mit der Rate fürs Haus oder fürs Auto? Muss ich vielleicht umziehen? All diese Fragen, die im Positiven, wie im Negativen damit verbunden sind… Und das Problem ist: Um das zu bewältigen, müssen wir bestimmte Kriterien erfüllen, die wir nicht kennen. Das heißt, wir haben in der Bewerbungssituation die Problematik, dass wir keine Ahnung haben, was die Kriterien eigentlich sind. In einem Unternehmen sind die anders als im anderen. Es ist völlig individuell und diese Intransparenz verursacht Stress.

Denn jeder weiß: Wenn ich eine Klausur vor mir habe und ich weiß genau, was erwartet wird, dann kann ich mich darauf vorbereiten und dann ist es gut. Aber in dem Moment, wo die Transferausgaben kommen, da wo ich nicht mehr genau weiß: Um Himmels Willen, was muss ich jetzt hier machen, damit das ganze klappt? Da wird’s kritisch.

Du bekommst kein Feedback

Dazu kommt: Der Personaler gibt uns oftmals kein Feedback. Das heißt also, wir können nicht lernen aus unseren Fehlern. Wir können nicht wirklich wissen: Was haben wir das letzte Mal falsch gemacht und dann an uns arbeiten, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Und das ist ein großes Problem, denn das was vor allem Stress verursacht im Alltag, im Leben, ist, dass wir das Gefühl vermissen, die Situation kontrollieren zu können. Dieses Unkontrollierbarkeitsgefühl, das ist es, was im Alltag Stress verursacht. Und das ist in der Bewerbung natürlich ganz extrem stark.

Wir identifizieren uns mit der beruflichen Rolle

Und als würde das nicht schon reichen, kommt dazu, dass wir uns mit unserer beruflichen Rolle mehr als mit allem anderen sehr stark identifizieren. Das heißt, wir identifizieren uns damit, dass wir Banker sind oder Anwalt oder Arzt oder Pilot oder Marketingchef oder was auch immer. Und in dem Moment, wo diese Rolle weg ist, geht ein Teil unserer Identität verloren. Das bedeutet, wenn uns im Alltag mal jemand fragt in einer sozialen Situation: Hey, wer bist Du und was machst Du so?… das ist ja immer die erste Frage, dann wissen wir plötzlich nicht mehr, was wir antworten sollen. Wir haben einen Teil unserer Identität verloren und wissen am Ende nicht mehr: Wer sind wir eigentlich und was machen wir eigentlich? Und das ist für viele ein großes Problem.

3 Motivationstipps für stählerne Nerven

Hier sind deshalb drei Ideen, wie Du dabei nicht die Nerven verlierst. Es sind vor allem drei Motivationstipps. Und zwar beziehen sie sich auf Deine persönliche Motivation, auf die materielle Motivation und auf die soziale Motivation. Und hier ist, was das heißt…

Persönliche Motivation

Für die persönliche Motivation: Schaff Dir persönliche Systeme, mit denen Du Dich organisierst. Da wo Du sagst: Okay, ich habe montags bis freitags von 12 bis 14 Uhr geblockt für meine Bewerbung. Es sollten ganz klare Wenn-Dann-Pläne sein. Wenn 12 Uhr, dann zwei Stunden bewerben. Damit Du gar nicht erst daran denkst: Was ist, wenn das alles nicht klappt? und das alles in Frage stellst, sondern direkt in einen Automatismus kommst.

Materielle Motivation

Eine zweite Möglichkeit ist über die materielle Motivation. Das heißt: Schaffe Dir nicht nur Systeme, um Dich zu organisieren, sondern schaffe Dir auch Systeme, Dich materiell zu belohnen. Sage Dir zum Beispiel: Wenn ich diese zwei Stunden geschafft habe, dann belohne ich mich für meinen Aufwand mit einem Eis draußen oder mit einer Runde Sport. Und eine Sache ist hier ganz, ganz wichtig. Belohne Dich zwischendurch. Viele vergessen es und die sagen sich: Ich belohne mich erst am Ende, wenn ich den Job wirklich habe. Das ist Quatsch. Denn der Job, der belohnt sich am Ende selber. Du musst Dich für den Aufwand, für die Anstrengungen belohnen, um bei der Sache zu bleiben. Denn sonst passiert es viel zu oft, dass Du sagst: ich belohn mich erst am Ende und da kommst Du leider nie an, weil Du vorher aufgegeben hast.

Soziale Motivation

Das Dritte ist die soziale Belohnung. Das heißt: Belohn Dich mit Treffen mit Freunden zum Beispiel. Motivier Dich damit, dass Du jemanden mit ins Team holst, der Dich unterstützt bei der Bewerbung, der Dich accountable hält, wie man auf Englisch so sagt. Jemand, der Dich zur Verantwortung zieht: Hast Du Dich heute schon beworben? Vielleicht jemand, der sich selbst auch gerade bewirbt und der die gleichen Probleme hat. Einfach um Euch im Peer-Coachng gemeinsam auszutauschen und zu spüren: Hey, wir sind nicht allein in der Situation, sondern es geht anderen auch ganz genauso.

Meine Fragen an Dich

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Heldenhafte Grüße

Sven

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